Achtsamkeit in der Schule – Britische Schulen zeigen wie

Am Beispiel England zeigen wir, wie Achtsamkeit bereits in der Schule unterrichtet werden kann.

Verhaltensauffällige Schüler, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, belastender Leistungsdruck – in vielen Schulen ist das häufig eher Normalität als Ausnahme. Die psychische Gesundheit von Kindern rückt auch im Schulkontext mehr und mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Viele Lehrkräfte suchen nach Lösungsansätzen um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Vorbild für viele ist England: Seit 2019 wird in britischen Schulen das Fach „Achtsamkeit“ unterrichtet.

Schülerinnen und Schüler in England lernen nicht nur Mathematik, Naturwissenschaften und Geschichte: Hunderte von Schulen haben den traditionellen Lehrplan um ein neues Fach erweitert: Achtsamkeit. Das Ziel ist es mit einer Reihe innovativer Techniken die psychische Gesundheit der Kinder zu fördern.

Unter der Leitung des Anna-Freud Zentrums für Kinder und Familien lernen in einer Reihe von Studien Kinder aus bis zu 370 Schulen Achtsamkeitsübungen, Entspannungstechniken und Atemübungen, die ihnen dabei helfen sollen, ihre Emotionen zu regulieren. Außerdem werden Fachleuten zu Gruppendiskussionen über mentale Gesundheit an die Schulen eingeladen. Ziel des Programms ist es herauszufinden welche Ansätze für junge Menschen am besten funktionieren. Die Studie, die bis 2021 laufen wird, ist die weltweit größten ihrer Art.

„Als Gesellschaft sind wir in Bezug auf das Thema psychische Gesundheit viel offener als je zuvor. Gleichzeitig hat die moderne Welt neue Belastungen für Kinder mit sich gebracht. Die neuen Studien sind entscheidend um herauszufinden, wie praktische, einfache Ratschläge Kindern helfen können mit diesen umzugehen.” sagt Damian Hinds, der britischer Gesundheitsminister. „Kinder werden bereits zu Beginn der Grundschule allmählich an Fragen der psychischen Gesundheit, des Wohlbefindens und des Glücks herangeführt.“

Die Initiative startete nachdem eine im Jahr 2017 vom NHS in Auftrag gegebenen Umfrage ergab, dass jedes achte Kind im Alter zwischen 5 und 19 Jahren an mindestens einer psychischen Störung litt. Imran Hussain, der Direktor von Policy and Campaigns for Action for Children, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation nennt dies eine „Krise der psychischen Gesundheit von Kindern“. 

„Jeden Tag erleben wir an vorderster Front, wie Kinder und Jugendliche damit zu kämpfen haben, ihren Weg in einer zunehmend komplexen Welt zu finden – sie kämpfen mit Dingen wie intensivem Druck in der Schule, Mobbing oder Problemen zu Hause, während sie gleichzeitig von sozialen Medien bombardiert werden“, so Hussain in einer Erklärung. Viele Kinder werden bereits in jungen Jahren mit Antidepressiva therapiert. So stieg die Gesamtzahl der verschriebenen Antidepressiva in England von 9 Millionen im Jahr 1991 auf 65 Millionen im Jahr 2017. Auch das ist ein Grund, warum Kinder jetzt bereits in jungen Jahren präventiv lernen sollen, ihre Emotionen zu regulieren und Stress abzubauen.

Auch in Deutschland greifen immer mehr Schulen das Thema mentale Gesundheit auf und entwickeln eigene Konzepte. Häufig sind es hierbei die Lehrkräfte, die im Schulalltag mit den psychischen Auffälligkeiten einzelner Kinder zu tun haben und daher nach effektiven Lösungsansätzen suchen. Einfache Achtsamkeits- und Entspannungsübungen finden in diesem Kontext bereits häufig Anwendung. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in England fehlt den meisten Lehrkräften in Deutschland jedoch noch die gezielte Aus- und Weiterbildung in dem Bereich. Viele greifen daher aktuell auf digitale Medien und Apps zurück, um Übungsanleitungen im Klassenraum abzuspielen oder empfehlen Eltern direkt, die Übungen selbst mit ihren Kindern zuhause durchzuführen.

Sowohl die staatliche Initiative der britischen Regierung als auch das private Engagement vieler Lehrkräfte in Deutschland machen eins deutlich: Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erhält nach und nach die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Und Achtsamkeitsübungen sind ein wirksames und leicht zugängliches Werkzeug um sie zu fördern.

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Wenn du diesen Artikel liest, interessierst du dich offenbar für die Praxis der Meditation und ihre positiven Effekte für Kinder. Genau darum geht es bei Aumio: Unsere Mission ist es, Kindern und Jugendlichen diese effektiven Techniken beizubringen. Dazu haben wir die Aumio-App entwickelt. Aumio nimmt Kinder und Jugendliche mit auf eine Reise durch den Kosmos der Gedanken und Gefühle. Mit einfachen Geschichten, Übungen und Meditation stärkt Aumio spielerisch das mentale Wohlbefinden. Wir bieten sowohl einzelne Meditationen als auch mehrtägige Kurse zu Themen wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Wutausbrüchen.

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